Als Christen glauben wir, dass jedes Leben ein Teil der guten Schöpfung und damit Zeichen des göttlichen Willens ist. Auch Leben mit dem Merkmalen Gehörlosigkeit und Schwerhörigkeit ist wertvoll und von Gott geliebt (Ex. 4, 11): „Der Herr sprach zu ihm: WER HAT DEM MENSCHEN DEN MUND GESCHAFFEN? ODER WER HAT DEN STUMMEN ODER TAUBEN ODER SEHENDEN ODER BLINDEN GEMACHT? HABE ICH ES NICHT GETAN, DER HERR?“

Gehörlosenseelsorge ist gebärdensprachliche Gemeindearbeit in Gottesdienst, bei Kasualien, nachgehender Einzelseelsorge, in Gemeindegruppen und bei der Mitarbeitergewinnung; sie trägt der Tatsache Rechnung, dass Gehörlose eine eigene Sprache, eine eigene Erfahrungswelt und eine eigene Kultur haben.

Gehörlosen-Seelsorge IST DIE EINZIGE MÖGLICHKEIT, KIRCHE FÜR GEHÖRLOSE ZU SEIN.

Es finden “ganz normal” Taufen, Trauungen und Bestattungen statt, und auch das Abendmahl wird regelmäßig gefeiert – aber alles in anderer Sprache, in Gebärdensprache! Einziger Unterschied: Die Menschen kommen aus einem größeren Einzugsgebiet zusammen, weil Gehörlose einen geringen Bevölkerungsanteil bilden.

Die spezielle Arbeitsweise z. B. in Verkündigung und Unterricht erfordert beispielsweise folgende Vorgehensweisen:

- Übertragung der Bibeltexte und Unterrichtsinhalte in elementarisierte Form.

- Entwicklung und Vermittlung von religiösen Gebärden.

- Schaffung eines Gebärdenliederguts und Erarbeitung einer eigenen für Gehörlose spezifischen Liturgie.

- Der Einsatz von Dolmetschern/innen kann eine(n) Gehörlosenseelsorger/in weder in der Verkündigung noch in der persönlichen Aufnahme von Beziehungen (Seelsorge- und Amtshandlungsgespräche) ersetzen! -

Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge schließt auch Menschen mit zusätzlichen Behinderungen sowie Menschen mit anderen Konfessionen, Konfessionslose und Menschen mit Migrationshintergrund und die Angehörigen der Hörgeschädigten bzw. mehrfachbehinderten Hörgeschädigten mit ein.



 

Besucher Nr.: